Künstlerinnen und Künstler

Julia Schmidt Geboren 1976 in Wolfen | Lebt und arbeitet in Leipzig

Portrait

Julia Schmidt

Julia Schmidt
Foto: Arthur Zalewski

Julia Schmidt arbeitet in den Medien Malerei, Collage und Installation. Dabei ist das Hinterfragen von Wert und Bedeutung des Bildes und der Malerei zentral. Ihre in dünnen Schichten auf MDF aufgetragenen Ölarbeiten offenbaren genauso viel, wie sie verstecken.

Grundlage sind bestehende, medial vermittelte Bilder aus Zeitschriften, Büchern und dem Internet, aus denen sich die Künstlerin ein selektives, aber komplexes Archiv stetig weiter aufbaut. Über das wiederholte Schauen, Sichten und Testen kristallisiert sie Malanlässe heraus, wobei immer nur Details oder Ausschnitte auf die Leinwand finden. Im Verbund mit Leerstellen und dem schichtweisen Verklären des Gemalten rückt die Künstlerin in den Vordergrund, was sonst im Verborgenen liegt. So wird zum Beispiel der Dreck zwischen Rahmen und Leinwand – das, was den Wert des Kunstwerks mindert – zum Motiv eines ihrer Werke und damit in sein Gegenteil zu Glanz und Ruhm überführt.

Ihre fragmentarischen Bilder, die zwischen Figuration und Abstraktion schweben, bettet die Künstlerin in Installationen mit Bodenarbeiten, Gegenständen und präzise inszenierten Hängungen. So wird die diskursive und konzeptionelle malerische Auseinandersetzung mit dem Bild sowie mit kunsthistorischen, ästhetischen und ökonomischen Fragen verstärkt und erweitert.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2012 Nomas Foundation, Rom
2010 Meyer Riegger, Berlin
2009 STOKROOM, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig
2008 Lavoro,Casey Kaplan Gallery, New York
2007 Museum der bildenden Künste Leipzig
2006 Casey Kaplan Gallery, New York

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2012 'Die Villa Massimo zu Gast im Martin Gropius-Bau', Berlin
2011 about painting, abc art berlin contemporary, Berlin
Control, Magazine 4, Bregenzer Kunstverein, Bregenz
2009 Trouble with Realism, KOW, Berlin

Bibliografie (Auswahl)

2010 Julia Schmidt, „Practices Procedures Flows Reversals“, herausg. v. Spector Books, Leipzig.
2008 Freisteller, Villa Romana – Preisträger 2008, Deutsche Guggenheim Berlin, Verlag für moderne Kunst Nürnberg.
2006 Julia Schmidt, „Tourism and Painting“, Museum der bildenden Künste, Leipzig.
2004 Julia Schmidt, „Noise of Palace“, Revolver, Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt/Main.